Wie entsteht Klarheit in der Messekommunikation, wenn viele Rollen, Erwartungen und Erfahrungen aufeinandertreffen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt eines halbtägigen Workshops mit dem Team der Scheuch LIGNO GmbH im Vorfeld der kommenden HOLZ-HANDWERK.
Vertreten waren Sales, Vertrieb, Marketing sowie der Standbauer Michael Horninger von mac. brand spaces. Ziel war es nicht, einen Messestand zu bewerten oder neu zu erfinden – sondern die gesamte Messe aus Sicht der Besucher:innen zu verstehen und strukturiert weiterzudenken.
Der Aufbau des Workshops: vom Gefühl zur Klarheit
Der Workshop war bewusst so aufgebaut, dass er nicht mit Maßnahmen startete, sondern mit Perspektive.
1. Einstieg: Messe aus Besuchersicht
Zum Auftakt haben wir die Messe konsequent aus der Rolle der Besucher:innen betrachtet:
Was muss passieren, damit jemand bewusst zu diesem Stand geht?
Was erlebt man, bevor ein Gespräch entsteht?
Und was bleibt nach dem Messebesuch tatsächlich hängen?
Dieser Perspektivwechsel hat schnell gezeigt, dass Messewirkung nicht nur am Stand selbst entsteht, sondern vor allem im Zusammenspiel von Kommunikation vor, während und nach der Messe.

2. Erfolgsbild: Was heißt „eine gute Messe“ wirklich?
Bevor Touchpoints oder Ideen gesammelt wurden, haben die Teilnehmenden gemeinsam ein Bild davon entwickelt, wann sie selbst sagen würden: „Diese Messe war erfolgreich.“
Nicht als KPI-Liste, sondern anhand konkreter Situationen, Gespräche und Wirkungen.
Diese Phase war entscheidend, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen – über Abteilungsgrenzen hinweg.

3. Bestandsaufnahme mit STANDWERT-Karten
Erst danach kam die eigentliche Kartenarbeit:
Mit den STANDWERT-Touchpoint-Karten wurde die bestehende Messejourney sichtbar gemacht – strukturiert nach vor der Messe, am Stand und nach der Messe.
Zu ausgewählten Touchpoints wurden bewusst drei Fragen gestellt:
- Welche Funktion erfüllt dieser Touchpoint heute?
- Welche Wirkung soll er eigentlich erzielen?
- Wo hakt es in der Praxis?
Diese Phase wurde im Feedback mehrfach als besonders wertvoll beschrieben, weil sie geholfen hat, Zusammenhänge und Brüche zu erkennen, die im Alltag oft untergehen.

4. Gruppenarbeit: neue Möglichkeiten entwickeln
Auf Basis der sichtbaren Ist-Situation arbeiteten zwei Gruppen parallel an zentralen Fragestellungen:
- Wie schaffen wir es, mehr relevante Besucher:innen an den Stand zu bringen?
- Wie gehen wir strukturierter und wirkungsvoller mit Leads und Interessent:innen um?
Die Karten dienten dabei nicht als Lösungsgeber, sondern als Denkrahmen.
Neue Ideen entstanden aus der Gruppe selbst – teils als Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen, teils als völlig neue Ansätze.
Ein wiederkehrendes Feedback war hier:
Die Methode hat geholfen, eigene Lösungen zu entwickeln, statt fertige Antworten präsentiert zu bekommen.

5. Verdichtung: vom Ideenraum zum Fahrplan
Zum Abschluss wurden die entwickelten Ideen gemeinsam priorisiert.
Nicht nach „am kreativsten“, sondern nach Wirkung und Umsetzbarkeit.
So entstand ein klarer, gemeinsamer Fokus auf wenige Maßnahmen, die bis zur HOLZ-HANDWERK realistisch umsetzbar sind – und gleichzeitig eine Grundlage für zukünftige Messeauftritte.

Erkenntnisse aus dem Workshop
Aus dem Workshop – und aus der anonymen Feedback-Auswertung – lassen sich drei zentrale Erkenntnisse festhalten:
1. Klarheit entsteht durch Struktur, nicht durch mehr Ideen.
Viele Teilnehmende beschrieben, dass sie die Zeit als gut investiert empfunden haben, weil aus vorhandenen Maßnahmen erstmals ein Gesamtbild entstanden ist.
2. Die Kartenarbeit wurde als sinnstiftend erlebt.
Mehrere Rückmeldungen betonten, dass die STANDWERT-Methodik geholfen hat, Diskussionen zu fokussieren und Themen greifbar zu machen – ohne einzuengen.
3. Der größte Mehrwert lag im gemeinsamen Entwickeln.
Nicht einzelne Ideen, sondern das gemeinsame Verständnis über Ziele, Wirkung und nächste Schritte wurde als zentraler Nutzen wahrgenommen.
Oder wie es eine Rückmeldung treffend formulierte:
„Selbst als ‚alte Hasen‘ im Messebereich konnten wir neuen Input für kommende Messen mitnehmen.“
Fazit
Der Workshop mit Scheuch LIGNO hat gezeigt, dass Messekommunikation dann wirksam wird, wenn sie nicht isoliert gedacht wird – sondern als durchgängige Journey.
Nicht der Messestand allein entscheidet über Wirkung, sondern das Zusammenspiel aus Vorbereitung, Erlebnis und Nachhall.
Die STANDWERT-Methodik bietet dafür einen klaren, strukturierten Rahmen – ohne fertige Antworten vorzugeben.



